Eine Baustellenkamera ist eine wetterfeste Kamera, die eine Baustelle über die ganze Bauzeit automatisch dokumentiert — mit Live-Bild, Zeitraffer und Fotoarchiv. Bei der Auswahl entscheiden fünf Punkte: Auflösung, Blickwinkel, Stromversorgung, Datenanbindung und nDSG-Konformität.
Jede Woche sehen wir Baustellen mit der falschen Kamera: eine billige Webcam, die den Winter nicht übersteht, eine Überwachungskamera, die Zeitraffer spielen soll, oder eine Premium-DSLR, die auf zehn Meter Gerüst zeigt. Das Problem ist selten die Kamera — es ist der Entscheidungsprozess. Hier sind die fünf Fragen, auf die es ankommt.
1. Wofür ist das Bild?
Dokumentation, Marketing oder Sicherheit — legen Sie zuerst den Hauptzweck fest. Eine Dokumentationskamera braucht konsistente tägliche Fotos und ein sauberes Archiv. Eine Marketingkamera braucht kinoreife Auflösung — unser 24-MP-DSLR Capture Kit L liefert Bilder mit 6000×4000 Pixeln, die auch auf der Kinoleinwand bestehen. Eine Sicherheitskamera braucht Nachtsicht, Erkennungszonen und jemanden, der um 02:00 Uhr reagiert. Eine Kamera kann zwei dieser Aufgaben gut erfüllen; keine Kamera alle drei gleich gut.
2. Wie breit ist die Baustelle?
Eine Standard-Motorzoom-Station mit 35°–115° Blickwinkel deckt einen typischen Gebäudegrundriss von einer Ecke ab. Weite, offene Areale — Logistikhallen, Infrastruktur, Überbauungen mit mehreren Gebäuden — sind Panorama-Territorium: Eine 180°-Station ersetzt zwei konventionelle Kameras, ohne Stitching-Nähte mitten im Zeitraffer.
3. Woher kommt der Strom?
Die am meisten unterschätzte Frage. Baustrom wandert, wird gekappt und verschwindet genau dann, wenn der Kran kommt. Im Zweifel: Solar. Ein 330-W-Modul mit Batteriepuffer betreibt eine Capture-Station das ganze Jahr — auch im Schweizer Winter. Für Baustellen ganz ohne feste Strukturen trägt ein mobiler Turm bis zu vier Kameras und die eigene Stromversorgung.
4. Wie verlässt das Bild die Baustelle?
Baustellen-WLAN ist ein Gerücht. Planen Sie von Tag eins mit 4G/5G: 30 GB pro Monat decken Standard-Intervalle, 50–100 GB DSLR-Qualität und hohe Aufnahmefrequenz. Eine eigene SIM pro Station heisst: Ihre Dokumentation konkurriert nie mit den Videocalls des Baubüros.
5. Ist das legal?
In der Schweiz gilt das nDSG, sobald erkennbare Personen oder Kontrollschilder im Bild erscheinen. Die saubere Antwort ist automatische Anonymisierung an der Quelle — unser Privacy Protector verpixelt Personen und Fahrzeuge, bevor ein Bild gespeichert wird. Dazu Schweizer Hosting (unser Archiv liegt auf AWS Zürich) — und Ihr Datenschutzbeauftragter unterschreibt nach einem Termin.
Die Kurzfassung
- Zuerst der Zweck: Dokumentation, Marketing oder Sicherheit
- Panorama für weite Areale, DSLR für Vorzeigeprojekte
- Solar, ausser Strom ist garantiert — was er nie ist
- 4G/5G mit eigener SIM, dimensioniert nach Intervall
- Anonymisierung + Schweizer Hosting = nDSG erledigt
Mehr dazu:Baustellenkameras im Überblick · Zeitraffer-Kamera
